Cranach-Höfe und Cranach-Häuser

Cranach Denkmal in Wittenberg

Die Wohn- und Wirkungsstätte von Lucas Cranach waren Renaissancehöfe inmitten der Wittenberger Altstadt.

Der berühmte Maler am Hofe Friedrich des Weisen

Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere wurde 1505 von Kurfürst Friedrich dem Weisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen. Fast ein halbes Jahrhundert lebte er hier und schuf jene Gemälde, die sich heute in den großen Museen der Welt befinden: Er porträtierte die Kurfürsten und Reformatoren, entwarf Altarbilder oder kleine Kabinettstücke zu Venus, Eva & Co.

Im heutigen Cranach-Haus am Markt 4 betrieb Lucas Cranach zusammen mit Christian Döring eine Druckerei, in der unter anderem die Bibelübersetzung Martin Luthers vervielfältigt wurde. 1517/1518 erwarb Cranach den größten Wittenberger Hof in der Schlossstraße 1, um seine Werkstatt zu erweitern. Nachdem er das Apothekenprivileg erhielt, handelte er hier mit Papier, Farben, Zucker, Wachs, Sandstein und Gewürzen.

Ausstellung und historische Druckerstube in den heutigen Cranach-Häusern

Heute stehen beide Höfe unter Denkmalschutz und locken mit Kunsthandwerk und Kultur. Im Cranach-Haus am Markt 4 können Sie die Ausstellung „Cranachs Welt“ entdecken sowie Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Im Cranach-Hof in der Schlossstraße 1 befindet sich die historische Druckerstube, in der Sie Einblicke in die alten Techniken des Buchdrucks bekommen. Im „Café 3“ oder in der „Hofwirtschaft“ können Sie bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen das geschichtsträchtige Ambiente auf sich wirken lassen.


Öffnungszeiten der Cranach-Höfe

Cranach-Hof Markt 4

Dauerausstellung "Cranachs Welt" & Sonderausstellung

Januar bis März

  • Di-Sa, 10.00-17.00 Uhr
  • So, 13.00-17.00 Uhr

April bis Oktober

  • Mo-Sa, 10.00-17.00 Uhr
  • So, 13.00-17.00 Uhr

November bis Dezember

  • Di-Sa, 10.00-17.00 Uhr
  • So, 13.00-17.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 5,00 €
Ermäßigt: 4,00 €

Cranach-Hof Schlossstraße 1

Druckerstube

Ganzjährig

  • Mo-Sa, 10.00-15.30 Uhr

Eintritt
Die Druckerstube kann kostenfrei besichtigt werden. Halb- oder einstündige Führungen können allerdings individuell gebucht werden.


Sonderausstellung: BABYLON BERLIN

BABYLON BERLIN. Arne Jyschs Graphic Novel Der nasse Fisch über das Berlin der 1920er-Jahre

Der Erste Weltkrieg hat gerade geendet und der Kaiser abgedankt. Die gerade gegründete Weimarer Republik übt sich in parlamentarischer Demokratie. Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme erstarken die rechten und linken Organisationen. Die Kunst sucht nach einer modernen Sprache, die die Gesellschaft im Taumel widerspiegelt.
Die Graphic Novel „Der nasse Fisch“ von Arne Jysch spielt in dieser Zeit. In seiner Graphic Novel zeichnet ein Bild des Berlins der Zwanzigerjahre. Es zeigt die Modernität, die grenzenlose Lebenslust, aber auch die Armut und Kriminalität. Die Epoche wird in der Ausstellung auch durch Originalgraphiken (Sammlung G. Gruber), Mode und Alltagsgegenstände (Stiftung A. Ohm) der Zwanzigerjahre dargestellt.
Eine Graphic Novel im Cranach-Haus? Mit seinen Graphikzyklen war Cranach ein Vorreiter dieses künstlerischen Mediums. Im Jahr 1521 wurde mit dem illustrierten Passional Christi und Antichristi eine Bildergeschichte zur Papstkritik veröffentlicht. Damals war Rom das Sündenbabel für Luther und Cranach.

Ausstellungsdauer: 04.07.-27.09.2020