Der Buchdruck und die Medien der Reformation

Buchdruck

Medien wie Flugblätter und Printprodukte in großer Zahl waren erst seit der Erfindung des Buchdrucks möglich.

Durch die Erfindung des Buchdrucks war es möglich geworden, Flugschriften wie auch Ablassbriefe in Massenproduktion zu vervielfachen und als Kommunikationsmittel unters Volk zu bringen. Der Ablasshandel florierte und ebenso rasant verhalfen die neuen Möglichkeiten der Printproduktion der Reformation zum Durchbruch. Es erschienen Streitschriften von Denkern und Humanisten, Flugschriften wurden in Massen kostenlos verteilt und Martin Luther nagelte seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Kirchentür der Schlosskirche. 

Angeregt durch den Thesenanschlag Luthers entwickelte sich eine Flugblattwelle, an der weite Teile der Bevölkerung Anteil nehmen konnten. So schuf die Technik des Buchdrucks eine mediale Öffentlichkeit und unterstützte den gesellschaftlichen Prozess der Reformation.

Die Geschichte des Buchdrucks

Der moderne Buchdruck mittels einer Druckerpresse wurde im 15. Jahrhundert von Johannes Gutenberg erfunden. Er entwickelte eine Satzschrift mit auswechselbaren Lettern, die den Druck größerer Auflagen ermöglichte. Zuvor war die Abschrift von Büchern in Manuskripten den Skriptorien der Klöster vorbehalten.

Der Buchdruck befreite die Verbreitung von Wissen und Meinungen von der Kontrolle durch Kirche und Obrigkeit. Für die gesellschaftlichen Entwicklungen im Zeitalter der Renaissance und wegbereitend für die Aufklärung war der Buchdruck von großer Bedeutung. Er schuf eine mediale Öffentlichkeit, die zum Nährboden der Reformation wurde.

Buchdruck um 1520_Bild_Wikimedia_Commons

Die erste Druckerei in der Lutherstadt Wittenberg bestand seit dem Jahr 1508. Der Buchdrucker Johannes Lufft (1495 bis 1584) lernte hier als Geselle und wurde zum bedeutendsten Buchdrucker der Reformationszeit. Er druckte die Werke und Bibelausgaben Martin Luthers. Etwa 100.000 gedruckte Bibeln verhalfen ihm zu Wohlstand und dem Beinamen "Bibeldrucker". Im Jahr 1534 wurde von Lufft die erste Gesamtausgabe der Lutherbibel gedruckt, die in mehrfacher Auflage verlegt wurde.