Der Reformator Martin Bucer

Strasbourg Kirchenfenster: Martin Bucer

Martin Bucer tritt als Vermittler zwischen Wittenberg und Zürich auf und gilt als Erfinder der Konfirmation.

Der frühere Mönch, Priester und Philosoph Martin Bucer (1491-1551) war gerade zum Theologie-Studium in Heidelberg, als er im Jahr 1518 am Tag der Heidelberger Disputation den Reformator Martin Luther kennen lernte. Sein Treffen mit Luther hat Martin Bucer sehr beeindruckt und sein Leben stark beeinflusst. 

Ihm nacheifernd tritt er aus dem Dominikanerkloster aus, nimmt - wie auch Luther seine Katharina Bora -  eine frühere Nonne zur Frau und setzt sich fortan für die Reformation ein.

In Straßburg lebte Martin Bucer seit 1524 als Pfarrer und nahm eine führende Stellung im Aufbau des evangelischen Kirchenwesens im gesamten südwestdeutschen Raum ein. Bucer wirkte als Vermittler zwischen den verschiedenen reformatorischen Strömungen und setzte sich für die Einheit der Protestanten ein.

Martin Bucers Rolle im Disput um die Kindertaufe und den Abendmahlstreit

Im Zuge des Abendmahlstreits trafen die Reformatoren im Jahr 1536 im Haus Luthers in der Lutherstadt Wittenberg zusammen. Eine Einigung - allerdings ohne die Schweizer - konnte basierend auf dem Kompromissvorschlag Martin Bucers herbeigeführt werden: Es sollte zwischen Unwürdigen und Gottlosen unterschieden werden, jedoch sei die Realpräsenz Christi im Abendmahl nicht vom Glauben oder der Würdigkeit des Menschen abhängig. Bucer selbst war überzeugt, Leib und Blut Christi seien nicht im Abendmahl körperlich präsent. 

Aus dem Streit der Protestanten über die Kindertaufe entstand der von Bucer herbeigeführte Kompromiss, die Taufe von Säuglingen weiter zu praktizieren, die jungen Gläubigen aber mit der Konfirmation ihr Bekenntnis selbst bestätigen zu lassen. Deshalb gilt Bucer auch als Begründer der Konfirmation, die er im Jahr 1539 im hessischen Ziegenhein einführte.