Johannes Bugenhagen

Johannes Bugenhagen Denkmal

Der Weggefährte Martin Luthers wurde als „Doctor pomeranus“ bekannt und zählt zu den bedeutendsten Reformatoren seiner Zeit.

Der als „Doctor pomeranus“ bekannte Reformator schrieb die erste zusammenhängende Chronik des Landes Pommern und entwickelte zahlreiche reformatorische Kirchenordnungen für den norddeutschen und skandinavischen Raum. Außerdem ist Johannes Bugenhagen auch durch seine Auslegung kirchlicher Texte über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt geworden. 

Das Leben des Johannes Bugenhagen

Geboren wurde der Reformator Johannes Bugenhagen in Wollin im Herzogtum Pommern. Im pommerschen Treptow wurde er 1509 zum Priester geweiht und schrieb von 1517 bis 1518 die erste Chronik des Landes Pommern. Nachdem er mit den Schriften Luthers in Berührung kam, zog er im März 1521 nach Wittenberg, wo er sich an der Wittenberger Universität immatrikulierte. Schon ab November des gleichen Jahres hielt er selber Vorlesungen über die Psalmen. In dieser Zeit verfestigte sich das Verhältnis zwischen Bugenhagen, Martin Luther und Philipp Melanchthon.

Ab 1523 bis kurz vor seinem Tod war Johannes Bugenhagen als Stadtpfarrer an der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg tätig. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, im norddeutschen und skandinavischen Raum Kirchenordnungen zu entwickeln. Diese Ordnungen regulierten unter anderem die Gottesdienstform, das Bildungswesen und das soziale Engagement der Kirchen.

Denkmal Johannes Bugenhagen

Johannes Bugenhagen und Martin Luther

Die gemeinsamen Überzeugungen verbanden die beiden Reformatoren Johannes Bugenhagen und Martin Luther zeitlebens und machten sie zu engen Vertrauten. Schon bald nach seiner Ankunft in Wittenberg wurde Bugenhagen daher zum Beichtvater von Martin Luther und hielt die Hochzeitszeremonie zwischen ihm und Katharina von Bora ab. Ab 1539 stand er Luther bei der Bibelübersetzung helfend zur Seite und arbeitete zeitgleich an einer niederdeutschen Übertragung der heiligen Schrift. Der Tod Luthers traf Bugenhagen, der die Grabrede in der Schlosskirche zu Wittenberg hielt, schwer.

Johannes Bugenhagen in Wittenberg

Trotz seiner Ernennung zum Stadtpfarrer verbrachte Johannes Bugenhagen bis zum Tode Luthers nur wenig Zeit in Wittenberg, danach zwang ihn allerdings auch sein eigenes Alter zu einem gesetzteren Lebensstil. Nach der Wittenberger Kapitulation machte er sich für eine friedvolle Lösung stark, was bedeutete, sich um ein gutes Verhältnis mit dem neuen Kurfürsten zu bemühen. Auch an der Abschwächung der vom Kaiser auferlegten Rekatholisierung der Region war Bugenhagen maßgeblich beteiligt. Bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1558 nahm er weiterhin das Amt des Predigers und des Professors der Universität Wittenberg wahr.