Der Luthergarten

Luftaufnahme vom Luthergarten
Foto: www.fotofliegen.de

500 Bäume für 500 Jahre Reformation wurden zum Jubiläumsjahr 2017 im neuen Luthergarten der Stadt Wittenberg gepflanzt.

„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“
Dieser Ausspruch wird dem Reformator Martin Luther zugeschrieben. In Anlehnung daran wurden während der Lutherdekade bis zum Jahr 2017 500 Bäume im neu gestalteten Luthergarten gepflanzt. Für jeden Baum stehen Kirchen aus aller Welt Pate, die im Gegenzug auch an ihrer Heimatkirche einen Baum pflanzen. Die Baumarten aus allen Kontinenten sind ein Symbol für den internationalen Gedanken des Projekts.

Die Wallanlagen der Stadt werden zum grünen Park

An verschiedenen Standorten entlang der Wallanlagen der Lutherstadt Wittenberg entstehen die Grünflächen des Luthergartens. Der erste Standort wurde auf der Andreasbreite in der Nähe der Schlosskirche zu Wittenberg geschaffen, einem der wichtigsten Orte der Reformation. Hier wurden seit 2009 fast 300 Bäume von Vertretern der Kirchen gepflanzt, die eine Baumpatenschaft übernahmen. Noch sind viele Bäume recht klein, doch schon in wenigen Jahren wird sich der Luthergarten unter einem dichten Blätterdach zu einem zentralen Treffpunkt für Einheimische und Touristen entwickeln.

Im Zentrum der Anlage auf der Andreasbreite ist ein Platz in der Form einer Lutherrose gestaltet worden. An den fünf Blütenblättern ragen Linden empor, die für Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Versammlung stehen. Diese Linden stehen unter der Patenschaft von christlichen Weltgemeinschaften: die Römisch Katholische Kirche, die Orthodoxe Kirche, die Anglikanische Gemeinschaft, der Reformierte Weltbund und der Weltrat Methodistischer Kirchen sind hier vertreten. Von der Lutherrose aus gehen sieben Wege symbolisch in die Welt hinaus, fünf davon als sogenannte „Internationale Alleen“. Von hier gelangen Sie zum zweiten Standort, dem Luthergarten am Neuen Rathaus Wittenbergs. Dort wurden mittlerweile gut 100 Bäume gepflanzt. Im Zentrum treffen sich zwei Baumalleen, und auch dort findet sich die Lutherrose wieder.

Jeder Kontinent ist mit verschiedenen Baumarten vertreten

Dass der Luthergarten auch ein internationales Projekt ist, davon zeugen nicht zuletzt die weltweit beheimateten Baumarten, die auf dem Gelände in Wittenberg gepflanzt wurden. Entlang der Wege auf der Andreasbreite wachsen Baumarten aus allen Kontinenten und erinnern an die internationale Wirkung der Reformation. Für Nordamerika steht z.B. der Rot-Ahorn, für Afrika etwa der Feldahorn und für die asiatische und pazifische Region steht unter anderem die Blumen-Esche. Auch die Flora Lateinamerikas und der Karibik können Sie hier bewundern, zum Beispiel in Form vom Trompetenbaum. Zur Auflockerung der Alleen sind außerdem europäische Obstbaumwiesen angelegt worden. Sinnbildlich soll mit der Vielfalt auch das gemeinsame Wachstum der Kirchen in aller Welt dargestellt werden. Dementsprechend pflanzen Kirchenvertreter von Gemeinden aus der ganzen Welt kontinuierlich weiter Bäume im Luthergarten.

Der Luthergarten als Symbol für die Ökumene

Mit dem Luthergarten möchten die Initiatoren nicht nur die Bedeutung der Reformation sichtbar machen, sondern auch positive Impulse für die Stadt, die Region, das Land und letztendlich auch die Welt setzen. Es ist ein bleibendes, sogar ein wachsendes Andenken, das hier in Wittenberg entsteht und ein Zeichen für die Lebendigkeit und die Lebensnähe der reformatorischen Bewegung setzt. Durch die Patenschaften, die Länder und Konfessionen überschreiten, wird die Verbundenheit, Vernetzung und Versöhnung der Kirchen weltweit gestärkt. So wie die Bäume im Luthergarten zusammenwachsen, so sollen auch die Kirchen der Welt zusammenwachsen.

Der Luthergarten soll ein Platz für alle werden

Der Luthergarten mit seinem vielseitigen Erscheinungsbild soll ein Platz zum Entspannen, Besinnen und Zusammenkommen werden. Im Schatten der Bäume, so hoffen die Initiatoren, soll eine Oase für Einheimische und Touristen entstehen, die sie aus der Hektik des Alltags entfernt und ihnen Ruhe und Kraft spendet. Hier können Menschen egal welcher Herkunft und welchen Glaubens gemeinsam schöne Stunden verbringen, einfach nur einen Spaziergang im Grünen machen oder über die Reformation und viele andere Dinge nachdenken.