Lutherdekade 2008 - 2017

Lutherjahr 2017

Die Lutherdekade bezeichnet die 10 Jahre vom Startschuss 2008 bis zum Reformationsjubiläum 2017.

Am 31.10.1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen laut Überlieferung an die Schlosskirche Wittenberg. Damit brachte er ein Ereignis in Gang, welches die Kirche wie auch die Gesellschaft von Grund auf verändern würde. Im Jahr 2017, 500 Jahre später, feiern die evangelischen Kirchen der Welt dieses Ereignis und danken Gott für seine Gnade.

Feierlichkeiten auf dem Weg zum Reformationsjubiläum

Luther 2017 Logo

Am 21.09.2008 startete die Evangelische Kirche Deutschland in die Lutherdekade, 500 Jahre nachdem Luther seine Lehre an der Universität in Wittenberg begann. 10 Jahre lang werden wichtige Themen der Reformation in kulturellen Veranstaltungen, Ausstellungen und Kongressen behandelt. Jedes Jahr der Dekade steht unter einem ausgewählten Thema, zu dem Interessierte sich in Lutherstadt Wittenberg und anderen teilnehmenden Städten Deutschlands und der Welt informieren können. Die Themen sind dabei so gefasst, dass sich die Teilnehmer der Veranstaltungen sowohl mit der Reformation an sich als auch mit der Bedeutung der Reformation in der heutigen Zeit befassen können.

Themenjahre der Lutherdekade

2017 l Reformationsjubiläum

Zum Reformationsjubiläum wird die Lutherdekade international. In ganz Europa soll der Reformation gedacht und über sie gesprochen werden, die guten wie die weniger guten Seiten aufgezeigt und wichtige Stationen der Reformationsgeschichte beleuchtet werden. Die Inhalte der vorangegangenen Themenjahre werden sich auf zahlreichen Veranstaltungen wiederfinden. Höhepunkte werden der Deutsche Evangelische Kirchentag sowie die Weltausstellung Reformation in Wittenberg sein. Der Europäische Stationenweg verbindet Städte miteinander, die am Bekanntwerden des Reformationsgedanken außerhalb von Deutschland unmittelbar beteiligt waren.

2016 l Reformation und die Eine Welt

Im Themenjahr 2016 wird den Besuchern die globale Wirkung Martin Luthers und der Reformation nähergebracht. Luthers Thesenanschlag hatte Auswirkungen auf die gesamte Welt, die auch heute noch spürbar sind. Mittlerweile leben über 400 Millionen Protestanten auf dem Globus verteilt, die tagtäglich ihre Umgebung beeinflussen und verändern. Doch wie einig ist sich die evangelische Kirche? Wie geht sie mit der Globalisierung und einhergehenden Veränderungen um? Zu diesen und anderen Themen können Sie verschiedene Veranstaltungen in und um Wittenberg besuchen.

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2015 l Reformation - Bild und Bibel

Der 500. Geburtstag des berühmten Wittenberger Malers Lucas Cranach dem Jüngeren diente als Anlass das Jahr 2015 unter das Motto Bild und Bibel zu stellen. Der Anfang des 16. Jahrhunderts ist nicht nur für die Reformation ein wichtiges Datum, sondern markiert auch den Beginn eines neuen medialen Zeitalters. Die Erfindung des Buchdrucks ermöglichte es, Luthers Bibelübersetzung auch den niedrigeren Bildungsschichten zugänglich zu machen. Die Technik des Buchdrucks wurde auch von Cranachs Malwerkstatt für die Vervielfältigung von Holzschnitten, Bildnissen und Flugblättern genutzt, die die Ausbreitung der Bibelübersetzung und des Reformationsgedanken unterstützten. Der Zusammenhang zwischen Bild, Bibel und Reformation ist daher der Fokus der Veranstaltungen im Jahr 2015.

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2014 l Reformation und Politik

In der heutigen Zeit herrscht, zumindest in den meisten Teilen der Welt, eine Trennung von Kirche und Staat. Dies ist eine direkte Folge der Reformation, die die Kirche spaltete und deren Vorherrschaft anzweifelte. Die zentrale Frage des Themenjahres 2014 der Lutherdekade war, inwieweit der Glaube und die Kirche Einfluss auf die Politik haben bzw. haben sollten. Des Weiteren wurde der Zusammenhang zwischen den Ansichten der Reformatoren und dem Infragestellen der Obrigkeit diskutiert.

2013 | Reformation und Toleranz

Die katholische Kirche, wie Martin Luther sie kannte, konnte wenig Toleranz vorweisen. Luther aber war sich eines barmherzigen Gottes sicher und wollte diese Überzeugung in seinem Glauben widerspiegeln. Der heutige Anspruch der evangelischen Kirche ist eine ökumenische Gemeinschaft ohne nationale und konfessionelle Grenzen. Wie tolerant der evangelische Glaube tatsächlich ist und inwiefern die Reformation zur Glaubens- und Meinungsfreiheit beigetragen hat, wurde in zahlreichen Veranstaltungen hinterfragt und debattiert.

2012 | Reformation und Musik

Der gegenseitige Einfluss von Musik und Reformation ist nicht zu leugnen. Der neue Glaube war verankert in der Überzeugung, dass jeder die Bibel lesen und verstehen können sollte. Dies wurde auch über die neue Musikkultur geschafft, die den Gemeindegesang als Teil des Gottesdienstes in sich aufnahm. Zu diesem Zweck wurden in den Reformationsjahren und bis in die heutige Zeit immer neue Lieder geschrieben, die den Glauben stärken und die Auseinandersetzung mit ihm fördern sollen. Dazu beigetragen haben bekannte Komponisten wie Bach, Schütz, Telemann oder Händel.

2011 | Reformation und Freiheit

Der Freiheitsgedanke gilt als Ursprung der Reformation. Schon Luther selbst änderte seinen Geburtsnamen Luder in Anlehnung an das griechische Wort für Freiheit um. Die Freiheit des Einzelnen ist ein Kerngedanke der Reformation, denn nur ein mündiger, freier Christ kann sich eigenständig für Gott entscheiden. Doch wo fängt die Freiheit an und wo hört sie auf? Wie frei ist der Mensch tatsächlich? Welche Rollen spielt die Religion heute zur Förderung der Freiheit? Diese Fragen wurden im vierten Jahr der Lutherdekade bei verschiedenen Veranstaltungen diskutiert.

2010 | Reformation und Bildung

Ein wertvolles Credo, wenn nicht das wichtigste der Reformation ist der öffentliche Zugang der Bibel für alle Gläubigen. Jeder Mensch sollte Zugang zur Bibel haben und sie selber lesen und verstehen können. Daraus resultierend kam auch der Ruf nach Bildung für alle auf, da viele Menschen vor allem der niedrigeren Stände nicht lesen und schreiben konnten und bis dahin auf die Auslegungen der Kirche angewiesen waren. Das Themenjahr 2010 der Lutherdekade war passend zum Thema auch ein Gedenkjahr für Philipp Melanchthon, der vor allem als Bildungsreformer und Autor der bis heute wichtigsten Bekenntnisschrift aller evangelischen Kirchen bekannt wurde, der „Augsburger Bekenntnis“.

2009 | Reformation und Bekenntnis

Den zwei Themenschwerpunkten des Jahres 2009 lagen zwei verschiedene Jubiläen zugrunde. Zum einen war das Jahr 2009 das 500. Jubiläum des Reformators Johannes Calvin. Seine Lehren, Schriften und Gedanken hatten einen großen Einfluss auf die Ausbreitung der Reformation. Gleichzeitig wurde dem 75. Jubiläum der Barmer Theologischen Erklärung gedacht. Mit dem Bekenntnis stellte sich die evangelische Bekenntnissynode von Wuppertal-Barmen gegen den vorherrschenden nationalsozialistischen Gedanken und das nazifreundliche Rechtskirchenregiment. Bis heute ist das Bekenntnis der Barmer Theologischen Erklärung ein Kerndokument der evangelischen Lehre.

2008 | Eröffnung der Lutherdekade

Das Eröffnungsjahr der Lutherdekade beschäftigte sich vor allem mit der Persönlichkeit Martin Luther. Im Mittelpunkt standen das Leben und Wirken des Reformators, der 500 Jahre zuvor in die Lutherstadt Wittenberg kam um an der Universität zu lehren, und seine Wirkung auf die heutige Zeit.