Luther und die Avantgarde

Lutherdenkmal auf Wittenberger Marktplatz

Vom 19. Mai bis 01. November 2017 präsentierte die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. die Ausstellung „Luther und die Avantgarde" mit Werken zeitgenössischer Kunst.

In der Lutherstadt Wittenberg, Berlin und Kassel zeigte die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. die Kunstausstellung „Luther und die Avantgarde“. In Wittenberg wurden die Arbeiten im alten Gefängnis ausgestellt, das im Sommer 2017 ganz im Zeichen internationaler Gegenwartskunst stand. Aktuelle Künstler aus aller Welt stellten im Gefängnis ihre Werke aus, mit denen sie die Ideen der Reformation aus ihrer Sicht in Bildern, Kurzfilmen und Kreativem abbildeten – das ist Fortschritt – Avantgarde!

Luther und die Kunst

Mit seinem Beitrag zur Bilderfrage infolge des reformatorischen Bildersturms von 1522 befreite Martin Luther die Kunst vom religiösen Diktat. Bilder seien weder gut noch böse. Sie können den Glauben und das Nachdenken über Gott und die Welt anregen. Seine Haltung zu künstlerischer Freiheit ebnete der modernen Kunst den Weg. Sowohl Künstler, als auch Betrachter sind dazu aufgefordert, über die Aufgaben und Aussagen von Kunst nachzudenken. Im Fokus der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ steht Martin Luther nicht als historische Person, sondern als „geistiges Modell“ einer progressiven, reformatorischen Haltung.

Idee, Konzept und Umsetzung

Die Kunstausstellung hat sich das „geistige Modell Luther“, die Idee der Reformation, zum Ausgangspunkt gemacht. Sie stellt den Reformator als Weltenveränderer, Vordenker und Avantgardist seiner Zeit dar und fragt nach den Impulsgebern der heutigen Zeit. Rund 70 internationale Künstlerinnen und Künstler haben sich mit den Gedanken der Reformation auseinandergesetzt. In ihren Werken visualisierten sie ihren Blick auf Freiheit, Individualität, Religion, Widerstand, soziale Konfliktfelder und die mediale Öffentlichkeit. Als Spiegel gesellschaftlicher Beobachtungen macht es sich die Kunst zur Aufgabe, die Sinne des Betrachters zu schärfen, und ruft auf zu Toleranz und Akzeptanz.

Ausstellungsorte

In der Lutherstadt Wittenberg wurde die Ausstellung im ehemaligen Gefängnis gezeigt. Es wurde extra für die Kunstausstellung in Stand gesetzt und schafft einen spannenden räumlichen Kontrast zum Thema Freiheit. 66 internationale Gegenwartskünstler verwandelten die einstige Haftanstalt in ein außergewöhnliches Kunstmuseum. Weithin sichtbar prankt das vergoldete Kamingitter von Ayşe Erkmen über der Stadt als Zeichen der modernen Kunst und neuer Ideen und Sichtweisen.
An den zwei weiteren Orten Berlin und Kassel wurden die Kunstwerke in Kirchenräumen präsentiert. In der Berliner St. Matthäus-Kirche waren die Arbeiten von Gilbert & George ausgestellt. In der Karlskirche in Kassel wurden die Werke der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und die Arbeiten des Stuttgarters Thomas Kilpper ausgestellt.

Kassel Kirche
Berlin Kirche

Künstler aller Welt
In Lutherstadt Wittenberg wurden u. a. Arbeiten von Ólafur Elíasson, Ayşe Erkmen, Isa Genzken, Günther Uecker, Ai Weiwei, Erwin Wurm, Achim Mohné, Michael Sailstorfer, Olaf Metzel
und Zhang Peili ausgestellt.

Impressionen Kunstausstellung Lutherstadt Wittenberg

Installationsansicht Achim Mohné
Metzel Installation
Erwin Wurm Installation
Michael Sailstorfer Mückenhaus
Jia Installation

Überblick

Kunstausstellung
„Luther und die Avantgarde“

Termin verlängert!
19. Mai bis 01. November 2017

Ort
Altes Gefängnis
Berliner Straße
06866 Lutherstadt Wittenberg

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Letzter Einlass 17 Uhr

Weitere Ausstellungsorte
St. Matthäus-Kirche, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Karlskirche, Karlsplatz, 34117 Kassel

Veranstalter
Stiftung für Kunst und Kultur e.V. in Kooperation mit dem Reformationsjubiläum 2017 e.V.
Realisierung im Rahmen der Weltausstellung Reformation

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