Kirchentage auf dem Weg

Kirchentage auf dem Weg

Der Kirchentag 2017 machte in acht Städten Halt, bevor es vor den Toren Wittenbergs zum feierlichen Abschluss kam.

Zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation wurde der Kirchentag 2017 ein wenig anders gefeiert als gewohnt. Auf den Spuren Martin Luthers hat es vom 25.-27. Mai in den mitteldeutschen Städten, in denen Luther lebte und wirkte, ein buntes Programm rund um die Person Martin Luther und die von ihm in Gang gebrachte Reformation gegeben. Sechs Kirchentage in acht Städten sollten den Teilnehmern die Reformationsgeschichte näherbringen, eine alte Kulturlandschaft in der Mitte Deutschlands neu beleben und über die christlichen Gemeinden in einer säkularisierten Region Deutschlands informieren.

Luthers Wirken in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Die acht Städte, in denen die Kirchentage auf dem Weg stattfanden, sind Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Halle/Eisleben und Dessau-Roßlau, wobei Halle und Eisleben sowie Jena und Weimar die Kirchentage jeweils in Zusammenarbeit ausgetragen haben. In allen Städten kann man bis heute den Einfluss des Lebens und Wirkens Martin Luthers spüren. In Leipzig fand die berühmte Auseinandersetzung zwischen Luther und Johannes Eck, seinem romtreuen Widersacher, statt. Magdeburg wurde zum Schauplatz für Luthers Predigten und in Erfurt entschied er sich für die Theologie, trat ins Kloster ein und wurde zum Priester geweiht. In Jena kann heute seine Grabplatte besichtigt werden, während in Weimar die Schriften „Von weltlicher Obrigkeit“ entstanden. Auch in der Marktkirche in Halle konnte man Luthers Predigten lauschen, Eisleben beherbergt seine Geburtsstätte und Taufkirche sowie seine letzte Predigtstätte und sein Sterbehaus. Des Weiteren hat es auch in Dessau-Roßlau Veranstaltungen zu den Kirchentagen auf dem Weg gegeben, da dort mit der Evangelischen Landeskirche Anhalts die älteste Landeskirche Deutschlands ihren Sitz hat.

In den Städten der Kirchentage auf dem Weg gab es einiges zu erkunden

Auf dem Weg zum Festgottesdienst auf den Wittenberger Elbwiesen, dem Höhepunkt des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages, boten die teilnehmenden Städte ein vielfältiges Programm für alle Interessierten. Da jede Stadt sich verschieden entwickelt und eine andere Verbindung zu Luther hat, waren die Programmpunkte so individuell wie die Städte an sich.

Erfurt hat sich beispielsweise nicht nur mit Martin Luther beschäftigt, sondern auch mit einem anderen bekannten Theologen der Stadt, Meister Eckhart. Leipzig wiederum stellte seine Veranstaltungen unter das Motto „Musik-Disput-Leben“ und ging auch auf Johann Sebastian Bach ein. In Dessau-Roßlau hat sich vieles um Moses Mendelssohn gedreht, einem Wegbereiter der Aufklärung, der aus Dessau stammte. Die Veranstalter schufen Kirchentage der Begegnung, bei denen Menschen sich näher kamen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. Auch auf den Podiumsdiskussionen, Streitgesprächen, Vorträgen und Workshops waren Gäste eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Ein spannendes Experiment führten die Kirchentage auf dem Weg an Christi Himmelfahrt durch: Der ökumenische Himmelfahrtsgottesdienst wurde gleichzeitig an allen Standorten des Kirchentages abgehalten. Um 18.30 Uhr wurden die Gottesdienste gemeinsam begonnen. Dies drückte die Verbindung der Städte untereinander sowie mit dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Wittenberg und Berlin aus.

Der Festgottesdienst zum feierlichen Abschluss des Kirchentages

Am Sonntag, 28. Mai 2017, wurde um 12.00 Uhr der abschließende Festgottesdienst abgehalten. Für den Morgen war die Anreise der Gäste der Kirchentage auf dem Weg und des Kirchentages in Berlin geplant. Die Veranstalter erwarteten Besucher aus der ganzen Welt, die auf dem Gelände der Wittenberger Elbwiesen gemeinsam Abendmahl feierten, sangen und den Posaunenchören lauschten. Beim anschließenden Begegnungsfest haben Teilnehmer die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über die Reformation und ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Religion auszutauschen genutzt.